Mit ‘Christoph Waltz’ getaggte Beiträge

Tatsächlich hat der jüngste Streich von Tarantino das Zeug zu einem klasse Theaterstück, vielleicht sogar mehr, als zu einem klasse Film, spielt The Hateful Eight doch überwiegend in einem Raum und wird vor allem durch die Charaktere sowie einigen tollen Running Gags getragen, wie z.B. dem sagenumwobenen Brief von Abe Lincoln oder einer kaputten Tür, die laufend eingetreten wird und danach wieder zugenagelt werden muss.

Das sich Tarantino, wie auch schon in Django Unchained, am amerikanischen Rassismus abarbeitet, wie einst Oliver Stone am Vietnamkrieg, ist aufgrund der Figurenkonstellation keine große Überraschung (Yankees treffen auf Konförderierte, ein schwarzer Kopfgeldjäger unter lauter Weißen, ok, ein Mexikaner ist auch mit bei), eigentlich ein wenig plump, weil einfach zu naheliegend und auch nicht sonderlich erhellend, sprich, Tarantino hat der Thematik nichts Neues hinzuzufügen.

Das drei Stunden eigentlich so gut wie ausschließlich geredet wird und das zuweilen etwas langatmig rüberkommt – drauf geschissen, dafür wird man durch die typisch tarantinoesken Szenen gegen Ende und zu Beginn des Streifens mehr als entschädigt (nie wurde lustiger Blut gekotzt), und wirklich gelangweilt habe ich mich eigentlich nur mal kurz zwischendurch.

Alles in allem ein sehenswerter Film, für mich schon jetzt ein Klassiker des Westerngenres und, nebenbei bemerkt, auch ein schöner Whodunit fast schon im Stil von Agatha Christie. Ein guter Tarantino, wenn auch nicht sein bester, besser jedenfalls als die Fingerübung Django Unchained. Einziger, bemerkenswerter Schwachpunkt vielleicht die Rolle, die eigentlich Christoph Waltz zugedacht gewesen zu sein scheint und dann notdürftig mit Tim Roth geflickt worden ist, der dann auch nichts anderes macht, als Christoph Waltz zu spielen, nur schlechter. Roth hat eigentlich mehr drauf, als unseren Lieblingsösterreicher (nach Hans Moser) zu imitieren.