Archiv für die Kategorie ‘Trash’

Macbeth

Veröffentlicht: Februar 13, 2016 von robertweber in Trash
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Endlich bin ich mal dazu gekommen, mir die hochgelobte Neuverfilmung des Bühnenklassikers reinzuziehen und war bereits nach fünf Minuten vom Shakespeare-Gephrasel entnervt. Genervt haben auch die Rotfilter, die uninspirierten Schlachtengemälde, die Zeitlupen und die Darsteller. In diesem Film passiert absolut nichts und nur, weil sich die Dialoge reimen, ist das noch lange keine Kunst. Angeblich verfallen Macbeth und seine Gattin im Handlungsverlauf dem Wahnsinn ob ihrer Greuel, als da wären Königs-, Kinder-, Freundes- und Frauenmord. Tatsächlich aber werden sie einfach immer nur blasser und unglaubwürdiger. Das einzige, was der Streifen vermittelt, sind Selbstmordgedanken, denn die hat man, nach zwei Stunden sinnlos geopferter Lebenszeit, in denen sich der Zuschauer deutlich mehr quält, als Macbeth auf der Leinwand.

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Spectre

Veröffentlicht: November 11, 2015 von robertweber in Trash
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„Ich schlitze mir lieber die Pulsadern auf, bevor ich noch mal James Bond spiele“, hat Daniel Craig in irgendeinem Interview anlässlich von Spectre geäußert, nach dem Film wusste ich auch warum. Was für ein Wirbel um das 50jährige Bond-Girl Monica Bellucci, die dann gerade mal einen fünfminütigen Auftritt hat, den man sich aber auch hätte schenken können, wie so ziemlich alles im neuen James Bond. Sein Konterpart, Christoph Waltz, hat zwei kurze Gastauftritte, bei denen man auch nicht so recht weiß, warum sie überhaupt stattfinden, daher wurden gleich zwei Erzschurken installiert. Andrew Scott (Moriarty) musste sich für seine Rolle als „C“ gar nicht erst umziehen und hat seinen Part als machtgieriger Geheimdienstchef vermutlich in den Drehpausen von Sherlock heruntergenudelt. Waltz spielt Waltz, der Waltz spielt, was alles nicht so schlimm wäre, hätte man sich wenigstens bei den seltenen Actionsequenzen etwas Mühe gegeben, die völlig uninspiriert in Szene gesetzt wurden. Einen originellen Einfall sucht man bei Spectre vergeblich, dafür springen einem zahlreiche Logikfehler ins Gesicht. Wo kommt plötzlich das Flugzeug auf der Skipiste her, mit dem Bond die Verfolgung der Bösewichte aufnimmt? Egal. „Du musst mir vertrauen“, sagt Bond zu Bond-Girl No. 2, Léa Seydoux, bevor er mit ihr in die Tiefe springt, kurz darauf wissen wir auch, warum, denn irgendjemand hat natürlich ein Netz gespannt, das den Sturz auffängt. Wieso? Wo kommt es her? Titte. Mit seiner mickrigen Walther holt Bond einen Helikopter vom Himmel, was mit einer Pistole diesen Kalibers und auf die im Film dargestellte Entfernung unmöglich ist -, wurscht. Völlig unmotiviert explodiert ein ganzer Gebäudekomplex in der Wüste. Wieso das? Keiner weiß es. Bond sitzt gefesselt auf einem Stuhl und wird gefoltert, bevor es aber ganz übel für ihn wird, fallen die Fesseln plötzlich von ihm ab und so geht das in einem fort. Wenn man überhaupt etwas Gutes über Spectre sagen kann, dann das, dass er über weite Strecken meditativ ist und das muss man bei einem Bond-Film auch erst Mal hinbekommen.

Crimson Peak

Veröffentlicht: Oktober 20, 2015 von robertweber in Trash

Sorry Leute, aber für eine derart abgefuckte Scheiße auch noch Geld zu verlangen, das hat schon Kohlhaasche Dimensionen. Vom Winde verweht (oder besser: Fackeln im Sturm) verlegt in ein Geisterhaus, in dem absolut nichts passiert, außer, dass sich irgendeine Schrapnelle ab und an durch die Wände transpiriert und unheilsschwanger „Crimson Peak“ stöhnt, das auch noch so schlecht gemacht, dass jede Geisterdarstellung vor 1980 als filmtricktechnisches Kunstwerk angesehen muss. – Dirk und ich sind nach 60 von 120 Minuten raus, weil wir es nicht mehr ertragen haben. Das ist nicht nur Trash, das ist der mieseste Film, den ich in den letzten 10 (50?) Jahren gesehen habe. Und ich habe viele gesehen. Von Plot will ich mal gar nicht reden, aber wen’s ineressiert: Eine blonde Möchtegernschriftstellerin, die über Geister schreibt (als Metapher für die Vergangenheit, wie sie mehrmals betont, damit auch die größte Dumpfbacke im Kino versteht, wie del Toro seinen Film verstanden haben will), verliebt sich in einen Möchtegernerfinder, der ein inzestuöses Verhältnis mit seiner verstorbenen Mutter hat, – und mit seiner noch lebenden Schwester, die die Möchtegernschriftstellerin im Laufe des Filmes umbringen will. Genau weiß ich es nicht, weil ich ja vorher rausgegangen bin. Ist auch egal. Nach 15 Minuten schaltet man ohnehin in den Sleep-Modus.

Everest

Veröffentlicht: September 22, 2015 von robertweber in Trash, Uncategorized
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Ein Film, der so spannend ist wie die Formel 1 mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 km/h. Eine halbe Stunde vor Schluss musste ich gehen, und das ist mir selbst bei Antman nicht passiert. Unglaubliches Machwerk, das selbst Leni Riefenstahl nicht hätte retten können. (Die hätte wenigstens die Optik hinbekommen, aber selbst dafür waren die Macher zu blöd.) Jeder Kritiker, der „Everest“ auch nur ansatzweise akzeptabel findet, sollte wieder seinen Job als Kellner antreten. Ich bin wirklich abgepisst. Selbst „Trash“ als Kategorie wäre hier noch ein Lobgesang.

Antman

Veröffentlicht: August 5, 2015 von robertweber in Trash

Ganze vier Drehbuchautoren hat es gebraucht um keine einzige originelle Szene geschweige den einen halbwegs vernünftigen, nicht abgedroschenen Dialog hinzubekommen. Ansonsten hat Antman alles, was in den Schubladen halbwegs intelligenter Schreiberlinge verrottet. Es gibt den uneigennützig guten und den geldgeilen bösen Wissenschaftler. Ersterer hat eine Tochter die mit Letzterem liiert ist, fertig ist der Konflikt. Der Held selbst ist ein gewiefter Einbrecher, der den Unterhalt für seine zahnlückige Tochter nicht zahlen kann, weshalb ihm seine Exfrau, die mit dem Polizisten verheiratet ist, der ihn verknackt hat, das Besuchsrecht verweigert. Deshalb wird er zum Antman (Motivation) und bekämpft mit Hilfe von kuscheligen Ameisen im Auftrag des guten den bösen Wissenschaftler. Der Antman begnügt sich aber nicht, per Gedankensteuerung ein Ameisenheer zu kontrollieren, er gibt den niedlichen Dingern auch Namen (Anthony) und spricht fortwährend mit ihnen, was ihn wie einer dieser verwirrten Punks wirken lässt, die Konversation mit ihren Hunden betreiben. Für Filme wie Antman sollte es eine Altersbeschränkung geben, und zwar nach oben. Für Kinder über sechs Jahren nicht geeignet.