Archiv für die Kategorie ‘Geht so’

Der Marsianer – rettet Mark Watney

Veröffentlicht: Oktober 13, 2015 von robertweber in Geht so
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Das der Mars rot und staubig ist, wussten wir schon vor Ridley Scott. Mission to Mars, Ghosts of Mars, Total Recall, Red Planet, The Last Days on Mars – der Mars ist eine dankbare Filmkulisse, so auch hier. Allerdings erschöpfen sich die, zugegebenermaßen gutaussehenden, 3D-Panoramansichten des Roten Planeten irgendwann und zurück bleibt ein Matt Damon, der sich mit Klebeband und Abdeckplane durch die nächsten zwei Jahre der Filmhandlung schlägt. Ein Langzeit-McGyver, der sich von Kartoffeln ernährt, die er mit seiner Scheiße düngt. Entgegen meiner Befürchtung macht das Matt Damon sogar ganz gut und man kauft ihm den Tüftler ab, der sich mit Erfindungsreichtum und Wissenschaft durch das langatmige Drehbuch schlägt. Die Paralellhandlung, im NASA-Kontrollzentrum auf der Erde spielend, kackt dagegen völlig ab und ist nur ein müder Abklatsch von Apollo 13 (Regie: Ron Howard), der auch sonst der weitaus bessere Film zum Thema Rettungsmissionen im All ist. Zum Schluss kommt zwar noch mal richtig Spannung auf und zu Tode gelangweilt habe ich mich auch nicht, aber Der Marsianer ist ein eher mittlemäßiger Film eines ansonsten großartigen Regisseurs (bei Prometheus drücken wir mal beide Augen zu).

P.S. Dirk Knieriem hält den Marsianer für einen NASA-Propagandastreifen.

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Ex Machina – leider doch kein Porno.

Veröffentlicht: Mai 1, 2015 von robertweber in Geht so

Die Story klang ganz vielversprechend. Ein durchgeknallter Nerd bastelt sich ein paar Sexroboter zurecht und für den flotten Dreier holt er sich einen Jungprogrammierer, der sich natürlich in einen der Sexroboter verliebt. Die (vermenschlicht) aber ist böse und nutzt ihn nur aus. Bevor was passiert ist der Film vorbei, immerhin das kann man ihm zugute halten. Wenn Ihr was Gutes zum Thema sehen wollt, guckt lieber noch mal Westworld, da sind auch mehr Sexszenen drinn. Fazit: Öde. Ick freu mir auf Mad Max, da musste ich schon beim Trailer herzhaft lachen.

American Sniper

Veröffentlicht: Februar 27, 2015 von robertweber in Geht so
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American Sniper ist ein passabler (Anti-)Kriegsfilm und keineswegs die Glorifizierung amerikanischen Heldenmutes oder ein Propagandafilm für den Krieg gegen den Terror, wie hie und da zu lesen stand. Selbst beinharte Seals zweifeln am Sinn des Krieges, der Bruder der Hauptfigur findet sowieso alles Scheiße und Chris Kyle wird angemessen differenziert dargestellt. In seinen besten Momenten erreicht der Film sogar die Wucht von Ridley Scott’s großartigem Black Hawk Down, diese Momente sind allerdings rar gesäht.

Passabel? Ja. Dennoch ist American Sniper wohl der schlechteste Film, den Eastwood je gemacht hat, da sieht selbst Heartbreak Ridge noch gut dagegen aus. Mir zumindest völlig unverständlich, warum er für sechs Oscars nominiert wurde. Vergleicht man ihn mit Grand Torrino, Million Dollar Baby, Erbarmungslos oder, um beim Genre zu bleiben, Letters from Iwo Jima, wirkt er einfach nur lustlos dahingestümpert. Keine Ahnung, was Clint Eastwood da geritten hat oder wie ein derartiger Qualitätsabfall zustande gekommen ist.

Wer gutes zum Thema Irak-/Antiterrorkrieg sehen möchte, sollte lieber zu den Filmen The Hurt Locker und Zero Dark Thirty greifen, beide von Kathryn Bigelow, die einzige Frau übrigens, die jemals einen Oscar für den besten Film erhalten hat.

Der Affe mit der Waffe

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Szenenfoto „Planet der Affen: Revolution“

Die Computeraffen sehen ziemlich gut aus, der Film ist ziemlich öde. Das reicht jetzt wahrscheinlich nicht als Trash-Film-Rezension. Also ein paar Details:

Das Schauspielerensemble ist den ganzen Film über farblos und langweilig, was es um so schwerer macht mit den erzählten Familiendramen und Problemen mitzugehen. Überhaupt menschelt es an allen Ecken und kein Klischee wird ausgelassen. Die einzige positive Ausnahme ist Gary Oldman, aber der geht ja immer. Der oberfiese Bösewicht ist ein Affe namens Koba, der schon im Kino als Hitler-Affe identifiziert wurde. Was dann Gary Oldman in seiner Rolle als fanatischer Anführer der Menschen zu Stalin machen würde. Und als ob das nicht reichen würde : Koba war um 1900 der Deckname von Stalin als er als Propagandist für die SDAPR unterwegs war.

Da denk jetzt bitte mal drüber nach Herr Krampitz 🙂

Der eigentliche menschliche Hauptdarsteller ist jemand der Jason Clarke heißt und den ganzen Film über völlig unauffällig ist. Er steht meistens einfach nur so rum und ist verzweifelt. Man hätte ihn auch gleich animieren können, vielleicht sogar als digitalen Charlton Heston Wiedergänger?  Beim Nachsehen bei imdb fiel mir auf das der schon in einigen Filmen war die ich tatsächlich gesehen habe. Aber der ist mir nie aufgefallen. Genauso ist es auch im neuen Planet der Affen.

Irgendwas hat die Macher getrieben den  Film auf über 2 Stunden auszudehnen, was nur noch mehr auf die Hänger im Drehbuch hinweist. Überhaupt ist die Geschichte voll von logischen Fehlern und Widersprüchen das man öfter mal  ins Grübeln kommt.

Die Menschen und die Affen leben ein paar Kilometer auseinander und haben über Jahre nichts voneinander mitbekommen. Die Menschen sitzen in ihrer Stadt (San Francisco) und verfeuern Benzin als Energiequelle wohnen aber praktisch in Sichtweite von einer Talsperre mit Wasserkraftwerk. 2 (in Worten zwei) Wochen bevor alle Energiereserven verbraucht sind kommt jemand auf die geniale Idee das Kraftwerk wieder in Betrieb zu nehmen damit man endlich mal Strom hat. Den braucht man nur für 2 Dinge : ein Funkgerät um eine Armee in die Stadt zu kriegen und damit endlich das ipad wieder geht mit den Familienbildern drauf. 4 Leute und 2 Tage braucht es dann noch um das Kraftwerk nach keine Ahnung 10 Jahren wieder in Betrieb zu nehmen. So geht das den ganzen Film weiter.

Die visuelle Umsetzung hat mir dagegen gut gefallen. Aber das reißt es eben auch nicht raus.

Aber es gibt eine Szene in dem Film die mich sofort an Donkey Kong erinnert hat:

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Der Affe mit der Waffe_html_20c27e10Szenenfoto „Planet der Affen: Revolution“

War aber wahrscheinlich keine Absicht 😉

Das war wieder nichts im Kino diesmal, ich hoffe da kommt noch was Gutes in diesem Jahr.
Der letzte gute Film den ich im Kino gesehen habe war der neue Jim Jarmush und das ist auch schon wieder 8 Monate her.

Grand Budapest Hotel – Von Robert Weber

Veröffentlicht: März 26, 2014 von robertweber in Geht so
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Eine Woche später endlich zur richtigen Zeit, im richtigen Kino und auch noch im richtigen Film gelandet, Grand Budapest Hotel von Wes Anderson – der David Precht von Hollywood, scheinbar tiefschürfend in seichten Gewässern fischend.

Grand Budapest Hotel – was gibt es zu sagen? Ein Film, der sich mehr liebt, als seine Zuschauer. Zu artifiziell, um zu unterhalten, nicht artifiziell genug, um als Kunst durchzugehen. Die Schauspieler dürfen schauspielern, und wenn man Spaß daran hat, Schauspielern dabei zuzusehen, was sie während der Grundausbildung gelernt haben, ist das sicher ok.

Budapest Hotel will skurril und originell wirken, bleibt aber z.B. deutlich hinter dem ähnlich gelagerten Delicatessen zurück, der in seiner Bösartigkeit und in seinem Einfallsreichtum wirklich originell und skurril war. Anderson Witz dagegen rangiert häufig auf dem Niveau von Amateurfilmern und bedient sich großzügig im Gagrepertoir der Stummfilmära. Vieles, was man bereits bei Charlie Chaplin, Fatty Airbuckle, Laurel & Hardy oder Harold Lloyd gesehen zu haben glaubt.

Eine funktionierende Telefonzelle mitten in einer Wiese umgeben von Heuschobern mag ja noch bei einem Studentenfilm als witzig durchgehen, Füße aber, die aus dem Schnee herausragen, sind seit Buster Keaton nur noch abgedroschen; eine Schießerei im Stil einer Saloonschlägerei, einer fängt an, alle anderen ballern mit, ohne nach dem Grund zu fragen (natürlich schießen alle vorbei) kann man machen aber ist das komisch? Eine wilde Verfolgungsjagd im Zeitraffertempo auf einer Skipiste erinnert formal an eine Szene aus Tanz der Vampire, einer der schlechtesten Gags („Ich werte das als ein Unentschieden“) an Ritter der Kokosnuß. Eigentlich habe ich nur auf eine Tortenschlacht gewartet und selbst die wurde zumindest immer wieder angedeutet, zumindest spielt Süßkram eine tragende Rolle.

Die Bildsprache sicher opulent, fast schon barock, gleichzeitig merkwürdig bieder, kein Vergleich zu einem Tim Burton etwa. Der ganze Film eigentlich ein selbstverliebtes, manieriertes Machwerk und von der Art Humor, über den Pastorentöchter lachen. Letztlich etwas „für die ganze Familie“ und ich weiß nicht, was man schlimmeres über einen Film sagen kann.

Marion hingegen fand ihn zumindest sehenswert, und auch Claudia war schwer begeistert.