Archiv für Dezember, 2015

Trashfilm-Spezial an Silvester

Veröffentlicht: Dezember 30, 2015 von robertweber in Uncategorized

Morgen von 21 – 22 Uhr auf Pi-Radio 88,4.

Keine Angst, es gibt keinen cineastischen Jahresrückblick, sondern wir hauen Euch den Todesstern um die Ohren. Erstmals mit dabei und live von Tattoine aus dem sonnigen Kalifornien zugeschaltet: Jedi-Ritter Layne Mosler. Ansonsten wie immer mit Dirk Knieriem, Oz und mir. Danach hängen wir im Freudenhaus ab und warten auf das verfickte 2016.

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Star Wars – Das Erwachen der Macht

Veröffentlicht: Dezember 22, 2015 von robertweber in Kann man sehen
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Es hätte viel schlimmer kommen können, zeitweise dachte ich sogar, das ist der beste Star Wars aller Zeiten, nicht, dass die Anderen wirklich gut gewesen wären. Die Optik ist auf dem neusten Stand, insgesamt gestaltet J.J. Abrams Star Wars dreckiger und deutlich weniger sentimental und niedlich als Lucas (sieht man mal von dem rollenden Merchandisingroboter ab), und vor zehn, 20 Jahren hätte man den Film vermutlich erst ab 16 durchgehen lassen. (Wenn die Kids im Kino 12 waren, fress ich einen Besen.)

Chewbacca wirkt mottenzerfressen und wehleidig, Han Solo routiniert sich einen ab, Leia ist wirklich alt und R2D2 depressiv geworden, C-3P0 nervt wie immer, wohingegen die neue Hauptdarstellerriege, bestehend aus Daisy Ridley (Rey), Oscar Isaac (Poe) und John Boyega (Finn) ihre Sache wirklich ordentlich über die Bühne bringt.

Nette Kinounterhaltung mit ein paar wirklich aufsehen erregenden Szenen. Allerding waren auch etliche darunter, die man aus den vorangegangenen sechs Teilen recycelt hat. Ab und zu war das witzig und konnte als Referenz verstanden werden, aber in der Häufung wirkte es doch eher einfallslos und irgendwann auch ärgerlich.

Immerhin eine gute Nachricht für Harry Potter Fans: Lord Voldemort spielt auch mit, aber fragt mich nicht, wie er da hinein geraten ist.

Im Herzen der See

Veröffentlicht: Dezember 8, 2015 von robertweber in Sollte man sehen
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Wenn ich mir die Filmographie von Ron Howard so ansehe – 25 Filme in knapp 40 Jahren, bei denen er Regie geführt hat, so habe ich eher den Eindruck eines handwerklich versierten Arbeitstieres, als den eines begnadeten Regisseurs.

Klar: A Beautful Mind, Apollo 13 und zuletzt Rush – Alles für den Sieg sind gute Filme, daneben offensichtliche Auftragsarbeiten wie Der Da Vinci Code und Illuminati, wirklich abgekackt hat er auch mit Cocoon, Kopfgeld oder The Missing nicht, aber alles in allem ist sein Oeuvere kaum mehr als gehobenere Hollywood-Standardware von der Stange (A Beautiful Mind mal ausgenommen).

Jetzt also im Herzen der See nach dem wirklich lesenswerten Tatsachenbericht von Nathaniel Philbrick, den ich zufällig ein paar Monate vorher in den Händen hatte und in einem Rutsch weggeschmöckert habe. Howards Adaption ist optisch brilliant und hält sich entsprechend den dramturgischen Möglichkeiten, die einem die Filmindustrie lässt, halbwegs nah an die Vorlage, Langeweile kam auch keine auf und die Darsteller sind recht schneidig. Die Frauen bleiben, wie damals so üblich, schmachtend an Land, während sich die Männer nahezu selbstmörderisch in ihren Nussschalen mitten in ganze Pottwalschulen stürzen. Dass dabei einer von den Walen durchdreht, mehr gescheckt wie eine Kuh als weiß. und nicht nur die Walfangboote angreift sondern auch deren Mutterschiff, die Essex, in Grund und Boden rammt – wer kann es ihm verdenken?

Um’s kurz zu machen: Im Herzen der See ist ein gut gemachter, im positiven Sinne altmodisch inszenierter Seeabenteuerfilm, bei dem die 3D-Technik und der Kinobesuch wieder mal Sinn gemacht haben. Unromantischer hat man die Arbeit auf einem Walfangboot vermutlich noch nie gesehen, von mir aus hätte man das durchaus noch mehr vertiefen können, und auch das Los der Überlebenden der Essex, die drei Monate auf See treiben, kommt mir, v.a.in psychologischer Hinsicht, zu kurz. Da hat „Im Herzen der See“ einiges Potential zu Gunsten der Altersfreigabe verschenkt, für das man sich das langatmige und sentimentale Ende hätte sparen können.

Zu einem absoluten must see kann ich mich daher nicht durchringen, aber es reicht für ein allemal sehenswert und das ging mir schon lange nicht mehr so.