Archiv für Februar, 2015

American Sniper

Veröffentlicht: Februar 27, 2015 von robertweber in Geht so
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American Sniper ist ein passabler (Anti-)Kriegsfilm und keineswegs die Glorifizierung amerikanischen Heldenmutes oder ein Propagandafilm für den Krieg gegen den Terror, wie hie und da zu lesen stand. Selbst beinharte Seals zweifeln am Sinn des Krieges, der Bruder der Hauptfigur findet sowieso alles Scheiße und Chris Kyle wird angemessen differenziert dargestellt. In seinen besten Momenten erreicht der Film sogar die Wucht von Ridley Scott’s großartigem Black Hawk Down, diese Momente sind allerdings rar gesäht.

Passabel? Ja. Dennoch ist American Sniper wohl der schlechteste Film, den Eastwood je gemacht hat, da sieht selbst Heartbreak Ridge noch gut dagegen aus. Mir zumindest völlig unverständlich, warum er für sechs Oscars nominiert wurde. Vergleicht man ihn mit Grand Torrino, Million Dollar Baby, Erbarmungslos oder, um beim Genre zu bleiben, Letters from Iwo Jima, wirkt er einfach nur lustlos dahingestümpert. Keine Ahnung, was Clint Eastwood da geritten hat oder wie ein derartiger Qualitätsabfall zustande gekommen ist.

Wer gutes zum Thema Irak-/Antiterrorkrieg sehen möchte, sollte lieber zu den Filmen The Hurt Locker und Zero Dark Thirty greifen, beide von Kathryn Bigelow, die einzige Frau übrigens, die jemals einen Oscar für den besten Film erhalten hat.

Endlich bin ich dazu gekommen, mir das Biopic über Stephen Hawking anzusehen.  Man kann den Streifen jetzt als rührselig einstufen oder aber zugeben, dass „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ gut gemachtes, emotionales Kino ist. Ich sage Letzteres. Tatsächlich ein typischer Taschentuchfilm, selbst mir kamen hie und da die Tränen. Den Oscar hat sich der Hauptdarsteller jedenfalls redlich verdient.

Sehenswert, vor allem, wenn man den Film mit „The Imitation Game“ vergleicht, der einen emotional völlig kalt lässt und recht fahrlässig mit der Biographie von Alan Turing umgeht. Zudem hat man Lust, sich wieder mal mit der „Kurzen Geschichte der Zeit“ auseinanderzusetzen, ein Buch, das ich an dieser Stelle empfehlen möchte. Ich würde allerdings zur illustrierten Ausgabe raten.

Kritikpunkte gibt es nur zwei: Der Film ist zu lang und die Wissenschaft kommt zu kurz.

Die Trashfilm-Radioshow #11

Veröffentlicht: Februar 11, 2015 von robertweber in Uncategorized

Und das an einem 11., Berlinale ist auch noch und wir haben wieder einmal eine Frau im Studio, was die Zotenquote vermutlich deutlich drücken wird. Apropos Frauen und Quote: Laut Proquote Regie sind nur drei von 23 Filmen auf der Berlinale von Frauen gedreht worden, 1951 war es gerade mal ein halber. Wir finden, das ist ein Skandal und fragen uns am Beispiel von The Homesman, warum die besten Frauenfilme eigentlich von Männern gemacht werden.

Heute von 21:30 Uhr bis 23 Uhr auf Pi Radio 88,4.

Mit (in alphabetical order): Eva Gehnke, Dirk Knieriem, Karsten Krampitz, Oz Ordu und Robert Weber.