Archiv für August, 2014

Der Affe mit der Waffe

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Szenenfoto „Planet der Affen: Revolution“

Die Computeraffen sehen ziemlich gut aus, der Film ist ziemlich öde. Das reicht jetzt wahrscheinlich nicht als Trash-Film-Rezension. Also ein paar Details:

Das Schauspielerensemble ist den ganzen Film über farblos und langweilig, was es um so schwerer macht mit den erzählten Familiendramen und Problemen mitzugehen. Überhaupt menschelt es an allen Ecken und kein Klischee wird ausgelassen. Die einzige positive Ausnahme ist Gary Oldman, aber der geht ja immer. Der oberfiese Bösewicht ist ein Affe namens Koba, der schon im Kino als Hitler-Affe identifiziert wurde. Was dann Gary Oldman in seiner Rolle als fanatischer Anführer der Menschen zu Stalin machen würde. Und als ob das nicht reichen würde : Koba war um 1900 der Deckname von Stalin als er als Propagandist für die SDAPR unterwegs war.

Da denk jetzt bitte mal drüber nach Herr Krampitz 🙂

Der eigentliche menschliche Hauptdarsteller ist jemand der Jason Clarke heißt und den ganzen Film über völlig unauffällig ist. Er steht meistens einfach nur so rum und ist verzweifelt. Man hätte ihn auch gleich animieren können, vielleicht sogar als digitalen Charlton Heston Wiedergänger?  Beim Nachsehen bei imdb fiel mir auf das der schon in einigen Filmen war die ich tatsächlich gesehen habe. Aber der ist mir nie aufgefallen. Genauso ist es auch im neuen Planet der Affen.

Irgendwas hat die Macher getrieben den  Film auf über 2 Stunden auszudehnen, was nur noch mehr auf die Hänger im Drehbuch hinweist. Überhaupt ist die Geschichte voll von logischen Fehlern und Widersprüchen das man öfter mal  ins Grübeln kommt.

Die Menschen und die Affen leben ein paar Kilometer auseinander und haben über Jahre nichts voneinander mitbekommen. Die Menschen sitzen in ihrer Stadt (San Francisco) und verfeuern Benzin als Energiequelle wohnen aber praktisch in Sichtweite von einer Talsperre mit Wasserkraftwerk. 2 (in Worten zwei) Wochen bevor alle Energiereserven verbraucht sind kommt jemand auf die geniale Idee das Kraftwerk wieder in Betrieb zu nehmen damit man endlich mal Strom hat. Den braucht man nur für 2 Dinge : ein Funkgerät um eine Armee in die Stadt zu kriegen und damit endlich das ipad wieder geht mit den Familienbildern drauf. 4 Leute und 2 Tage braucht es dann noch um das Kraftwerk nach keine Ahnung 10 Jahren wieder in Betrieb zu nehmen. So geht das den ganzen Film weiter.

Die visuelle Umsetzung hat mir dagegen gut gefallen. Aber das reißt es eben auch nicht raus.

Aber es gibt eine Szene in dem Film die mich sofort an Donkey Kong erinnert hat:

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Der Affe mit der Waffe_html_20c27e10Szenenfoto „Planet der Affen: Revolution“

War aber wahrscheinlich keine Absicht 😉

Das war wieder nichts im Kino diesmal, ich hoffe da kommt noch was Gutes in diesem Jahr.
Der letzte gute Film den ich im Kino gesehen habe war der neue Jim Jarmush und das ist auch schon wieder 8 Monate her.

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Dem alten Lenin wird das Zitat zugeschrieben: „Elektrifizierung plus Sowjetmacht gleich Sozialismus!“ Und genau darum geht es im Film, Elektrifizierung oder Untergang. Zwei klassenlose Gesellschaften bevölkern die Erde – Menschen hier, Affen dort. Zuvor hatte eine schlimme Krankheit (vom Menschen im Labor erzeugt und vom Affen übertragen) die uns bekannte Zivilisation dahingerafft. Die womöglich letzten menschlichen Exemplare müssen nun dringend einen Staudamm reparieren, um wieder an elektrischen Strom ranzukommen. Das gelingt auch irgendwie, allerdings stören sie dabei die Affen. Es wird ordentlich rumgeballert – und schließlich fällt komplett der Strom aus… Revolution ist was anderes, das war nicht mal ’ne Revolte. Computeranimationen ersetzen keine Handlung und auch keine Charaktere. Der menschliche Abgrund lässt jede geistige Tiefe vermissen. 

Was war das 1968 noch für eine großartige Story! Damals mit Charlton Heston als George Taylor, dem Menschen- und Affenfreund. Eine Gruppe Astronauten hatte frustriert die Welt des 20. Jahrhunderts verlassen und musste nun, gestrandet auf einem anderen Planeten, die Erfahrung machen, dass es sich woanders auch nicht besser lebt. Ja, schlimmer noch: Woanders war nicht einmal woanders. Bei der „Revolution“ anno 2014 will der Zuschauer woanders sein. Zuhause ist es nämlich auch ganz schön. 

Und hier das Making Of zur Affenrevolution: 

Wer hat eigentlich jemals behauptet, dass sich unsere Vorfahren nur von Nüssen und Salat ernährt haben? Irgendwer muss es gewesen sein. Planet der Affen: Revolution beweist das Gegenteil. Hirschfleisch ist die Nahrung des Primaten, Hass sein Antrieb und die Familie der ruhende Pol im Wirrwarr der Zeiten. Familie wird GROSS geschrieben im Ökosommerblockbuster 2014, aber wann eigentlich nicht?

Eigentlich der Film für senile, grüne Bundestagsabgeordnete/-innen, wenn nur der Fleischverzehr nicht wär. Ständig wird Frieden geschlossen und für Toleranz geworben, kleine Babys ins Bild gehängt, die Bösen sehen richtig scheiße aus, selbst als Affen, und die Guten richtig gut, aber die kennt keine Sau, oder wer zur Hölle ist Jason Clarke? Ein Hauptdarsteller, dessen Name klingt wie der Titel einer Groschenromanreihe (Jason Dark).

Planet der Affen ist, zumindest im zweiten Teil, durchweg enttäuschend und langweilig. Ab der 15ten Minute hofft man eigentlich nur noch, dass es schnell vorbei geht. Unter den Tieren wird gemenschelt was das Zeug hält und die Menschen sind im Schnitt etwas menschlicher als das Tier, bis auf den üblichen einen, aber auch der ist mehr doof als bösartig, soviel zur Charakterzeichnung.

Inhaltlich wird ein Klischee ans andere gereiht: Ein Affenbrutus torpediert die Friedensbemühungen und schwingt sich zum Diktator auf, eine Affenmutter siecht am Kindbettfieber und wird von Menschenhand geheilt, ein Affensohn rebelliert gegen den Affenvater, um fünf Minuten später zur Besinnung zu kommen, unter den Menschen gibt es den Affenflüsterer, die Affenärztin, den Affenmisstrauer und die üblichen Rednecks. Zwischendurch dürfen alle mal aufeinander schießen – gähn.

Wenn irgendwas an diesem Film sehenswert ist, dann ist es die Leistung der Dompteure. Unglaublich, was sich da seit Flipper, Black Beauty, Lassie und Cheeta getan hat. Auch den Synchronstimmen gebührt durchaus Respekt, entweder hat man die Affen gut trainiert oder deren Sprecher, die Lippenbewegungen lassen diesbezüglich jedenfalls keine Rückschlüsse zu.

Drehbuchtechnisch und auf intellektuellem Niveau bewegt sich der Film allerdings so:

„Vater“ (Affensohn)

    „Sohn“ (Affenvater)

„Ich liebe dich.“

   „Ich dich auch.“

„Tu es nicht.“

   „Ich tu es für dich!“

„Ich muss es selbst tun.“

   „Du bist zu schwach.“

„Danke.“

  „Gern geschehen.“

„Pass auf dich auf.“

   „Ich muss dann mal los.“

Usw. (Gedächtnisprotokoll)

Was soll man mehr dazu sagen? Wer soll sich für so einen Scheiß in absehbarer Zeit noch interessieren?

Das Kino ist tot, oder besser gesagt: Ein gehirnfressender Zombie, dem irgendwer den Kopf abschlagen sollte. 

Robert Weber

Weiterführende Links zum Thema

Planet der Affen: Prevolution – Durchaus sehenswerter 1. Teil.

Planet der Affen von Tim Burton – Gelungenes Remake.

Planet der Affen – Das bislang unerreichte Original.