Archiv für Mai, 2014

Godzilla – Von Dirk Knieriem

Veröffentlicht: Mai 31, 2014 von robertweber in Trash
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Da ich im Urlaub war etwas spät, aber nun online: Die Filmkritik unseres neuen Gastkritikers Dirk Knieriem.

Der neue Godzilla fängt langsam und langweilig an, eine Standard-Geschichte mit einem Amerikaner im japanischen Atomkraftwerk, der die Frau verliert durch Monsteraktivität, der davon natürlich besessen wird weil er nicht an ein Erdbeben glaubt, der einen Sohn hat u.s.w

Bryan Cranston (Breaking Bad) wird in dieser Rolle ordentlich verheizt, er kann gegen die plumpe Story nichts ausrichten. Dabei ist er fast der einzige gute Schauspieler in dem Film. Ich fand noch Ken Watanabe ziemlich gut in seiner  Rolle, obwohl er die ganze Zeit nur Wissenschaftsgebrabbel erzählen muss. Aber dafür kann er so schön „Gojira“ sagen.

Sein Sohn gespielt von Aaron Taylor-Johnson ist natürlich bei der Navy und die Frau ist natürlich Krankenschwester. Das Ganze wird also als ödes Familiendrama inszeniert. Eigentlich wollte man ja einen Monsterfilm sehen, aber das muss man sich im Kino aber erst verdienen und geschätzte 50 Minuten aushalten, und kein Godzilla in Sicht. Das erinnert an den ersten Jurassic Park wo man auch ewig auf die Saurier gewartet hat. Der Film ist über 2 Stunden lang und besteht fast nur aus unnötigen Längen. Die Geschichte ist an Blödheit kaum zu überbieten. Godzilla ist in der neuen Fassung der Alpha Predator und dafür zuständig das Gleichgewicht auf der Erde zu bewahren, das ist doch mal was. Und wenn man denkt jetzt geht’s los mit dem Titelmonster tauchen nur zwei 80 Meter hohe Heuschrecken auf. Die werden Mutos getauft. : Massive Unidentified Terrestrial Organisms.

Inzwischen hat natürlich die amerikanische Armee das Oberkommando übernommen und alles geht schief. Und spätestens jetzt wird einem klar, Nichtjapaner können keinen Godzilla-Film machen. Roland Emmerich hat schon 1998 mit dem Versuch versagt und der aktuelle Film ist sogar noch schlimmer. Denn ein Godzilla-Film braucht eigentlich keine Geschichten von Menschen und ihren Problemen, nur Monster und Städte zum Kaputtmachen. In den alten japanischen Fassungen werden auch solche Geschichten nicht erzählt. Da werden Menschen nur gebraucht um zu schreien „Godzilla kommt“ und andere mit so lustigen weißen Legouniformen laufen panisch hin und her. Und zum Schluss kommt die Armee und richtet auch nichts aus.

Die Geschichte ist so amerikanisch patriotisch erzählt, das einem übel wird, und es gibt ein Finale in, ich glaub, San Franciso. Davor wird noch Las Vegas von den Mutos zerlegt.

Und jetzt taucht endlich auch mal Godzilla auf, den ich eigentlich ganz gelungen fand weil der doch sehr nah ans Original von 1954 rankommt.

Trotzdem sind die CGI-Sequenzen nicht die besten und wahrscheinlich um das zu kaschieren wird der Showdown bei Nacht und strömendem Regen inszeniert. Und die 3D-Effekte sind eigentlich überflüssig und haben nur den Effekt die Kinokarte teurer zu machen.

Der Film hat mir ab da sogar mal gefallen, aber für die guten 15 Minuten muss man auch die restlichen knapp 2 Stunden aushalten.

Der Regisseur Gareth Edwards hat denk ich versucht alles zusammen abzuliefern : Riesige Monster für den Blockbuster, aber eben auch Familiendrama und Atomkritik und sogar die Erklärung wo Godzilla und seine Freunde überhaupt herkommen. Der Film nimmt sich so richtig ernst, dabei sollte das doch ein Godzilla-Film werden, die sind schon aus Prinzip völlig beknackt, mal abgesehen vielleicht von dem Ersten.  Ich sag da nur mal „Godzilla gegen Mothra and King Ghidorah“ oder „Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn“.  Das hätte ein guter Film werden können wenn sich die Macher auf den Trash eingelassen hätten und mit heutigen Mitteln einen knallbunten „Gojira tai“ Film (also Godzilla vs. wen auch immer hingekriegt hätten). So ist es eben nur ein ziemlich austauschbarer Mist geworden. Das es funktionieren kann hat ja letzes Jahr Pacific Rim http://www.imdb.com/title/tt1663662/?ref_=nv_sr_1 bewiesen.

Dirk Knieriem

Godzilla 3D

Veröffentlicht: Mai 25, 2014 von robertweber in Trash
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Wenigstens bei den Monstern hätte man sich ein klein wenig Mühe geben können, aber die gehen grade mal als krude Mischung aus Transformer und Kuscheltier durch. Charakterzeichnung der Hauptfigur – gleich null. Godzilla kämpft gegen seinen Erzfeind (in diesem Falle sind es zwei) Muta (das Männchen kann fliegen, das Weibchen ist schwanger, und zehn Mal so groß) aus keinem anderen Grund, um irgendein dubioses, biologisches Gleichgewicht wieder herzustellen. Er kriecht aus dem Ozean, kämpft, gewinnt und kriecht wieder zurück. Dazwischen passiert so gut wie gar nichts, das aber ausgedehnt.

Kleine, fette, amerikanische Kinder müssen gerettet werden, Ehefrauen bangen um ihre Männer, die ziehen in den Krieg und warum Sniper sich auf ein Dach in Position bringen sollen, bei Viechern, die 100 Meter hoch sind, bleibt das Geheimnis des Drehbuchschreibers. Sniper klingt halt immer gut, mag er sich gedacht haben.

So richtig gut war schon Gojira nicht, aber dieses Remake schlägt dem Fass den Boden aus. Optik, Effekte, Schauspieler, Skript – alles unter aller Sau und bestenfalls als Hommage auf „Godzilla gegen Megalon“, „Godzilla gegen King Kong“, „Godzilla gegen Frankenstein“ halbwegs und auch das nur mit viel gutem Willen zu ertragen.

Ich bin desillusioniert. Das Kino ist tot. Im letzten halben Jahr habe ich sicher an die 20 Filme gesehen. Zwei davon waren gut, zwei, drei brauchbar und der Rest für die Tonne. Lieblos zusammengestupfelter Scheißdreck, den die Welt nicht braucht. Sinnlose Produkte in einer sinnfreien Welt.

Robert Weber

Gott hasst Weicheier

Veröffentlicht: Mai 10, 2014 von robertweber in Uncategorized

Kaum zu glauben, aber wir bekommen unser Leben auch ohne Frauen auf die Reihe und haben auch noch Spaß dabei. Momentaufnahme aus unserer letzten Radioshow. Foto: Oz Ordu.

trashfilmredaktion

Kommenden Mittwoch senden wir live aus dem Foyer des Kino Babylon in Mitte. Ihr könnt uns also zusehen und anfassen. Natürlich ist die Sendung trotzdem im Radio oder per Stream zu empfangen. UKW Frequenz:  88,4 Mhz. (Berlin) oder 90,7 Mhz. (Potsdam)

Am 07.05.2014 – 21:30 bis 23 Uhr

Klassenkampf im Kino oder Gott hasst Weicheier. Live aus dem Kino Babylon.

Der Klassenkampf im Kino hat eine lange, wenn auch recht dürftige Geschichte, wenn man den sowjetischen Revolutionsfilm mal außen vor lässt. Auf Anhieb fielen uns tatsächlich nur Metropolis (1927), Spartacus (1960) und Rollerball (1975) ein. In jüngster Zeit stolpern wir allerdings immer häufiger über Filme, die sich mit dem Thema auseinandersetzen und letztlich in einen Aufstand der unterdrückten Masse münden: Planet der Affen – Prevolution, Die Tribute von Panem, Michael Kohlhaas, Elysium und zu guter Letzt der großartige Snowpiercer. Hat die Filmindustrie womöglich ihr revolutionäres Potential entdeckt? Wir wissen es nicht, werden es aber in unserer Sendung herausfinden.

Mit Karsten Krampitz (Historiker) und Robert Weber (Zombieexperte). Sound und Technik: Oz.