Grand Budapest Hotel – Von Robert Weber

Veröffentlicht: März 26, 2014 von robertweber in Geht so
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Eine Woche später endlich zur richtigen Zeit, im richtigen Kino und auch noch im richtigen Film gelandet, Grand Budapest Hotel von Wes Anderson – der David Precht von Hollywood, scheinbar tiefschürfend in seichten Gewässern fischend.

Grand Budapest Hotel – was gibt es zu sagen? Ein Film, der sich mehr liebt, als seine Zuschauer. Zu artifiziell, um zu unterhalten, nicht artifiziell genug, um als Kunst durchzugehen. Die Schauspieler dürfen schauspielern, und wenn man Spaß daran hat, Schauspielern dabei zuzusehen, was sie während der Grundausbildung gelernt haben, ist das sicher ok.

Budapest Hotel will skurril und originell wirken, bleibt aber z.B. deutlich hinter dem ähnlich gelagerten Delicatessen zurück, der in seiner Bösartigkeit und in seinem Einfallsreichtum wirklich originell und skurril war. Anderson Witz dagegen rangiert häufig auf dem Niveau von Amateurfilmern und bedient sich großzügig im Gagrepertoir der Stummfilmära. Vieles, was man bereits bei Charlie Chaplin, Fatty Airbuckle, Laurel & Hardy oder Harold Lloyd gesehen zu haben glaubt.

Eine funktionierende Telefonzelle mitten in einer Wiese umgeben von Heuschobern mag ja noch bei einem Studentenfilm als witzig durchgehen, Füße aber, die aus dem Schnee herausragen, sind seit Buster Keaton nur noch abgedroschen; eine Schießerei im Stil einer Saloonschlägerei, einer fängt an, alle anderen ballern mit, ohne nach dem Grund zu fragen (natürlich schießen alle vorbei) kann man machen aber ist das komisch? Eine wilde Verfolgungsjagd im Zeitraffertempo auf einer Skipiste erinnert formal an eine Szene aus Tanz der Vampire, einer der schlechtesten Gags („Ich werte das als ein Unentschieden“) an Ritter der Kokosnuß. Eigentlich habe ich nur auf eine Tortenschlacht gewartet und selbst die wurde zumindest immer wieder angedeutet, zumindest spielt Süßkram eine tragende Rolle.

Die Bildsprache sicher opulent, fast schon barock, gleichzeitig merkwürdig bieder, kein Vergleich zu einem Tim Burton etwa. Der ganze Film eigentlich ein selbstverliebtes, manieriertes Machwerk und von der Art Humor, über den Pastorentöchter lachen. Letztlich etwas „für die ganze Familie“ und ich weiß nicht, was man schlimmeres über einen Film sagen kann.

Marion hingegen fand ihn zumindest sehenswert, und auch Claudia war schwer begeistert.

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Kommentare
  1. […] hat Robert über diesen Kinobesuch geschrieben und dies ist sein Verriss zum Hotel, während Claudia offensichtlich auch Wes-Anderson-Fan geworden […]

  2. robertweber sagt:

    Schade jetzt warum?

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