300: Rise of an Empire – Von Marion Pfaus

Veröffentlicht: März 11, 2014 von rigoletti in Trash

Wenn etwas genau so ist, wie man es sich vorgestellt hat, ist es uninteressant. Wie kommt’s, dass man sich unter 300: Rise of an Empire was vorstellen kann?

  1. Weil man das Comic gelesen hat.
  2. Weil man die Erstverfilmung 300 gesehen hat.
  3. Weil man die Vorschau zu 300: Rise of an Empire gesehen hat.

Bei mir sinds Punkte 2 und 3. Die Geburt des persischen Gottkönigs kannte ich also schon. Gülden entschwebt er dem Gewässer dem magischem, denn nur die Götter können die Griechen besiegen. Mit seinem eigenartigen Körperschmuck erinnert mich der persische Gottkönig Xerxes an David Beckham. Schönlinge. (Rodrigo Santoro in seiner Xerxes-Verkleidung könnte auch Unterhosendesigner sein, Fußballer eher nicht.) Aber in Wirklichkeit hat Frank Miller den Xerxes entworfen. Verblüffende Ähnlichkeit.

Das 300er-Projekt sind im Augenblick zwei Filme mit gleicher Handlung, im Abstand von 7 Jahren gedreht. 300 Spartaner marschieren gegen zigtausende Perser und deren König Xerxes. Zeitgleich marschieren oder rudern viele Griechen in den Krieg gegen Xerxes. Gemeinsame Sache machen die Griechen und Spartaner nicht, weil der Spartiatenchef das nicht will. Ehre, Unabhängigkeit, Freiheit, Tod. Während die 300 Spartiaten in einem Hinterhalt heldenhaft gemetzelt werden, erwarten die Griechen den nächsten Kampf.

Im neuen 300er erleben wir diesen Krieg aus zwei Perspektiven, der der Griechen und der der Perser. Im alten 300er begleiteten wir allein die Spartiaten in den Tod. In beiden Filmen wird mit blanker Brust gekämpft in für den Nahkampf sehr unzweckmäßig wehenden Umhängen. Aber niemand verheddert sich. Literweise wird Filmblut verspritzt, im neuen 300er in Supersuperstillstandslomo und in 3D. Manchmal spritzt es sogar auf die Kamera. Und der Kameramann darf auch zustechen. In beiden Filmen gibt’s die Vater-Sohn-Geschichte. Im ersten Film stirbt zuerst der Sohn, im zweiten der Vater. Und Sex gibt’s auch in beiden Filmen. Im ersten vögelt der Spartanerkönig die Spartanerkönigin, was in dem Fall sogar was mit Liebe zu tun hat. Im zweiten fickt die böse Perseranführerin den guten Griechenanführer und umgekehrt. Inszeniert als Balz-Fick-Krieg. Fast geht’s an der Stelle schon (mitten im Film) böse aus.

Würde ich die Millersche Comic-Vorlage zu 300 kennen, wäre ich wahrscheinlich vollkommen begeistert von der visuellen Umsetzung. So aber muss ich ständig lachen, weil die Filmgriechen und -perser so gewaltige Gesten in ungeheuerlichen Kostümen machen, Seite an Seite mit durchgestylten Missgestalten zu Kampfgeheul und Trommelschlag.

Wegen der Brüste von Eva Green in 3D habe sich der Film gelohnt, sagte mein Sitznachbar Karsten Krampitz. Und wenn Rodrigo Santoro nicht doch noch Unterhosendesigner wird, wird es möglicherweise einen dritten 300er geben, denn Xerxes entschwindet am Ende in seinem schönen lebendigen Leib.

…. Robert schreibt dazu folgendes

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Kommentare
  1. […] Marion hat den Film aber ganz anders in Erinnerung. […]

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