Pompeji 3d – Von Anika Grützmacher

Veröffentlicht: März 5, 2014 von anikagruetzmacher in Trash
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Das Rezept eines Filmes wie Pompeji ist ungefähr so: etwa 90 Minuten steuert man unaufhaltsam auf eine ganz ganz große, absolut unvermeidbare Katastrophe zu, bei der eine Gruppe oder manchmal auch gleich die ganze Menschheit dem Tode geweiht ist. Jeder Kinobesucher weiß es wird passieren; alle werden sterben oder nur der Held überlebt. Und man weiß auch, wann das passiert, nämlich ganz am Ende. So lange sieht man den ahnungslosen Protagonisten beim lustigen Vor-sich-hin-leben zu.

Dazu gibt es dann noch eine Binnenhandlung; meistens eine Boy-meets-Girl-Lovestory, bei der es um die ganz großen menschlichen Tugenden geht, eben Liebe, Treue, Vertrauen. Die trotz aller Katastrophen überleben werden. Mit dieser Information kann man sich nun leicht Pompeji 3D im Kopf zusammenbauen, denn es wird hier das Grundrezept dieses Filmgenres angewandt: Die Rahmenhandlung – man ahnt es beim Titel schon – ist hier das Ausbrechen des Vesuvs.

Der Boy ist ein Gladiator namens Milo (Kit Harington) und das Girl ist die schöne junge Cassia gespielt von Emily Browning. Beide lernen sich durch Zufall auf der Reise nach Pompeji kennen. Cassia ist von den Pferdeflüsterer-Künsten des muskelbepackten Milos so begeistert, dass sie wenig später mal kurz mit ihm davonreitet. Dann aber doch irgendwie wieder zurückkehrt. War ihr wohl doch zu heiß. Und vielleicht war selbst ihr die Lovestory ein bisschen zu unrealistisch und die Dialoge zu platt.

Ihr Gladiatorschatzi soll zwischendurch noch ein bisschen mit einem anderen Gladiator namens Atticus (Adewale Akinnuoye-Agbaje) bis zum Tode kämpfen. Doch sie werden statt dessen Freunde, die für einander das Leben riskieren – eine Geschichte wie das Leben eben so spielt. Und wie immer gibt es bei einer Lovestory äußere Widerstände. Hier in Form von Kiefer Sutherland als Senator Corvus, der die Familie von Cassia erpresst, weil er sie unbedingt zur Frau nehmen will.

Der Film tröpfelt so auf den großen Untergang zu. Dann gibt es noch ein paar heroische Gladiatorenkämpfe, noch ein bisschen mehr platte Dialoge. Alle rennen panisch aus der Stadt, die in sich zusammen bröckelt, wie erwartet reitet unser Gladiator gekonnt vor der Feuerwaltzt her und verschwindet mal kurz in einer Aschewolke, aus der er aber immer und immer und immer wieder auftaucht. Auch der Gladiatoren-Freund, vom Zuschauer schon längst totgeglaubt, darf gleich mehr als einen letzten Satz sagen.

Kurz vor Ende. Im Angesicht der Katastrophe diskutieren dann Cassia und der Gladiator noch kurz aus, wer von beiden auf dem Pferd davon reiten darf. Sie können sich scheinbar nicht einigen und entscheiden hier lieber zu knutschen.

Pompeji erfüllt mit großer Leidenschaftslosigkeit das Katastrophenfilmstrickmuster ohne dem etwas Bedeutendes hinzuzufügen oder ohne überhaupt in ihren einer Form besonders zu sein. Da helfen alle Departments gleichermaßen mit: Drehbuch, Kamera, Montage, Musik – selbst Kiefer Sutherland – allesamt Mittelmaß.

Wenn ich nicht über den Film geschrieben hätte; ich hätte ihn sofort vergessen. Man kann also getrost nicht ins Kino gehen und ihn sich nicht anschauen.

pompeii-filmgruppe_1

So viel Bildbearbeitung muss sein. Das einzig wahre Original zu sehen bei Marion Pfaus (l.). Daneben Karsten Krampitz, Anika Grützmacher, Robert Weber und Claudia Mair.

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Kommentare
  1. […] Besprechungen zum Film von Anika, Claudia und Robert. Karsten schreibt lieber an seiner […]

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