Pompeji – Von Claudia Mair

Veröffentlicht: März 5, 2014 von robertweber in Trash
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Ich habe für fette 9 Euro einem antiken,  dafür allerdings noch gut erhaltenen,  pferdeflüsternden Gladiator mit implantiertem Sixpack dabei zugesehen, wie er a) das Abschlachten seiner keltischen Familie an den Römern rächen und b) die zarte Tochter eines Allzufrühkapitalisten vor einem sadistischen römischen Senator retten will, der – oh Zufall! – auch der Mörder seiner Mutter ist; das Ganze garniert mit einem Vulkanausbruch.

Das war absolute Geldverschwendung, auch wenn der Anfang des Films noch ganz passabel ist. Man sieht zunächst ein keltisches Kind dem römischen Gemetzel  entkommen. Dann kämpfen  muskulöse Gladiatoren, was ja noch ganz hübsch anzusehen ist äh … ich meine natürlich verabscheuungswürdig brutal, und es ist auch wirklich verwerflich, wie diese reichen Frauen den Sklaven an die äh …

Ich bin jedenfalls fassungslos angesichts der platten Story und teilweise unsäglich blöden Dialoge.  Da streiten sich Pompejis Romeo und Julia darum, wer sich für den anderen opfert, während der Vulkan Feuer auf sie herabregnen lässt. Die tragischen Helden lassen sich unendlich viel Zeit damit, in der Katastrophe unterzugehen – und das auf Kosten meiner kostbaren Lebenszeit!
Wenigstens darf die Tugend am Ende davon galoppieren und glücklicherweise musste ich auch nicht alle Dialoge hören. Einige gingen unter in den Hustenanfällen meines Sitznachbarn, der an Rauchvergiftung litt. Der Vulkan hat es doch etwas arg getrieben, wie ja auch historisch belegt ist.

Doch der Vulkan kann diesen Film nicht retten, und auch nicht die 3D-Technik, deren Möglichkeiten nicht wirklich genutzt wurden, und die deshalb hier verschenkt ist. Einstürzende Altbauten, Feuerbälle, Fluten, die über die Stadt hereinbrechen – irgendwie langweilig. Zerstörung allein reicht eben nicht. Abgesehen davon versinkt der Film in hoffnungslosem Kitsch, hoffnungslos in jedem Sinne der Bedeutung, denn  es gibt kein Happy End.  Und das ist gleichzeitig auch die gute Nachricht: es wird keine Fortsetzung dieses unoriginellen Machwerks geben.

Wer allerdings unfreiwillig komische Kampfszenen liebt oder ausgedehnte Sterbeszenen, in denen Helden so heroisch sterben, dass einem die Tränen kommen – vor Lachen, dem sei dieser Film lavaheiß empfohlen.

pompeii-filmgruppe

Vom Vesuv mitten aus dem Leben gerissen. Mysteriöse Gruppenversteinerung aus Pompeji. Gefunden 1863 bei Ausgrabungen unter Leitung von Giuseppe Fiorellis.

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Kommentare
  1. […] Besprechungen zum Film von Anika, Claudia und Robert. Karsten schreibt lieber an seiner […]

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