Paranormal Activity – Die Gezeichneten

Veröffentlicht: Januar 7, 2014 von robertweber in Trash, Uncategorized
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Das einzig Gute an „Die Gezeichneten“, das sei gleich zu Beginn gesagt, ist der Schluss, den man aber nur versteht, wenn man die wirklich großartige Mutter der PA-Reihe, den 1. Teil gesehen hat, bei dem ich mich seinerzeit gegruselt habe, wie schon lange nicht mehr. Ansonsten hat Teil 5 beste Chancen zum schlechtesten Film des Jahres gewählt zu werden, und das Jahr hat erst begonnen. Die Trashfilm-Autoren haben ihn jedenfalls schon jetzt nominiert.

Das liegt nicht etwa an der flapsigen Story, die zumindest für einen halbwegs annehmbaren B-Movie gereicht hätte, erst recht nicht an der schauspielerischen Leistung der Darsteller, die wirklich ihr Bestes gegeben haben, auch, wenn einer im Finale fünf Minuten lang nur „Scheiße“ schreien muss, es liegt nicht an den teilweise recht gelungenen Schockeffekten, obwohl man dabei tief und ausgiebig in die Horrortrash-Mottenkiste gegriffen hat, sondern es liegt ausschließlich an einem völlig inkompetenten und in sein Spielzeug verliebten Filmemacher, der den Eindruck hinterlässt, als habe er zu Weihnachten seine erste Super 8 Kamera bekommen.

In Zeiten von Bildstabilisatoren ist es einfach völlig unnötig, dem Zuschauer eine Found-Footage-Authentizität vorzugaukeln, in dem man selbst bei völlig ruhigen Standbildszenen extra mit der Kamera herumwackelt, und bei den Szenen, die verwackelt wirken müssen, weil es die Szene erfordert, noch einen extra Wackler draufsetzt, und das 90 Minuten lang. Das ist einfach eine Zumutung, zudem augenschädigend, eigentlich Körperverletzung.

Guter Mann, doppelt gewackelt hält nicht besser. Selbst ohne Stabilisatoren hätte man die Kamera hin und wieder mal auf ein Stativ stellen können, um etwas Ruhe rein zubringen. Der kruden Story hätte das keinen Abbruch getan und ein Stilbruch wäre das bei dem Sammelsurium von ausgelutschten Erschreckern erst recht nicht gewesen.

Wer also halbblind aus dem Kino kommen möchte, der gehe in diesen Film, alle anderen bleiben lieber draußen.

Robert Weber

P.S. Der beste Satz im Film: „Kochen die hier?“

IMG_6129Optik nach dem Film: Verwackelt und verschwommen. Wir sind Gezeichnet.

In meinem Leben gibt es genug Horror, weswegen ich mir normalerweise keine Horrorfilme ansehe. Heute habe ich eine Ausnahme gemacht, um auf dieser Seite etwas darüber schreiben zu können. Genau genommen geht es in dem Film „Paranormal Activity – Die Gezeichneten“ aber nicht um Horror, zumindest nicht primär, sondern, wie der Name schon vermuten lässt, um paranormale Erscheinungen.

Der Film spielt 2012 im Kalifornischen Latino Milieu und wurde ausschließlich mit der Handkamera gedreht. Dieses Detail ist wichtig, ich komme später darauf zurück. Von Anfang an ist klar, daß es sich hier höchsten um einen C-Movie handelt, wenn nicht sogar D. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn sich dafür, so wie hier, die Handlung nicht vorhersehen lässt. Leider kann man ihr manchmal aber auch einfach nicht folgen. Auf jeden Fall wird es nie langweilig. Dafür sorgt bereits die erwähnte Handkamera mit ihren Wackelbildern.

Wie im wahren Leben, so auch hier, geht dem Paranormalen meist irgendeine Art von Verbrechen voraus. In diesem Fall steigt der Hauptcharakter Jessy „nur“ in die Wohnung der verstorbenen Nachbarin ein und das Unheil nimmt seinen Lauf, allerdings nicht nur für Jessy sondern auch für mich als Zuschauer. Es lag nicht an mir, nicht an den durchschnittlichen Spezialeffekten, und auch nicht an den schauspielerischen Leistungen, die durchaus akzeptabel waren, sondern ausschließlich an den nunmehr permanenten Zuckungen der Handkamera, denen beim besten Willen nicht mehr zu folgen war. Dagegen half auch nicht der vorsorglich von mir mitgebrachte bulgarischen Gegen-Voodoo (Foto). Gegen den Handkamera-Terror war kein Kraut gewachsen. Auch mein Versuch, dem Film als Hörstück beizuwohnen, war zum Scheitern verurteilt. Bevor sich meine Kopfschmerzen zu einer faustdicken Migräne auswuchsen, verließ ich das Kino kurzerhand kurz vor Filmende. Ich brauchte einfach frische Luft und etwas Ruhe.

Mit Handkameras gedrehte Filme sind Terror und gehören verboten! Natürlich tat es mir auch ein wenig um Jessy leid. Aber inwieweit kümmerte sich Jessy um mein Leiden? Die Frage muss erlaubt sein! Und was musste er auch in diese verdammte Wohnung der verstorbenen Hexe einsteigen? Was wäre ihm (aber auch mir!) alles erspart geblieben …

Rumen Milkow

IMG_6131Rumen Milkow (r.) als Karsten Krampitz

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Kommentare
  1. robertweber sagt:

    Es gibt allerdings auch gute Filme mit Handkamera. Blair Witch Projekt, Cloverfield, Rec., Trollhunter, Diary of the Dead, und nicht zu vergessen der 1. Teil von Paranormal Activity. Die sind allerdings alle nicht durchgehend verwackelt und auch nicht komplett mit Handkamera gedreht. Man bemüht sich dort, über weite Strecken zuviel Unruhe zu vermeiden. Die wirken deswegen trotzdem nicht „unrealistisch“.

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