Thor – The Dark Kingdom (3D)

Veröffentlicht: Dezember 3, 2013 von robertweber in Trash
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„Thor – The Dark Kingdom”, als Science Fiction die Fortsetzung von was auch immer, ist kein Film für den normalen Nerd, eher was für Theologiestudenten im 18. Semester, die in den Nebenfächern Astrophysik und Sport belegt haben.
Die Zutaten im Groben: Transzendenz, Action und jede Menge Raumschiffe. In der Messias-Rezeption erleben wir einen bemerkenswerten Rückgriff auf die altgermanische Mythologie, ja mehr noch den Versuch eines Paradigmenwechsels: Gott (alias Odin) schickt zwar wie gewohnt seinen Sohn in unsere Welt, zwecks Rettung. Dieser Thor aber denkt nicht daran, sich auf irgendwas festnageln zu lassen und die Schuld aller Menschen auf sich zu nehmen. Faszinierend! Stattdessen bekommen so gut wie alle Idioten ordentlich eins auf die Fresse. Nebenbei findet Thor auf Erden eine ziemlich scharfe Braut (gespielt von der wunderbaren Natalie Portman), die er offensichtlich bereits aus dem ersten Teil kennt, denn gleich zu Beginn bekommt er von ihr eine gescheuert. Und noch eine. Dann ist aber gut. Als nun der Allmächtige daheim in Asgard das Mädel zum ersten Mal sieht, entgleitet ihm die Bemerkung: „Die hat hier genauso wenig zu suchen, wie eine Ziege an der Festtafel!“ Selten so gelacht. Ja. Auch Gott macht Witze, die bisweilen aber von idiosynkratrischer Natur sind. Zur Erklärung: Die alten Germanen glaubten nicht nur an Odin, sondern auch an Heidrun, die heilige Ziege in Walhalla. Heidrun hatte Met im Euter. Für Götter und gefallene Krieger galt daher in Asgard die Regel: Keine Party ohne Ziege! Der beste Satz: „Noch jemand einen Nachschlag?“ (Thor)

Karsten Krampitz

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Thor ist so schlecht, dass wir schon entsetzt sind, noch bevor wir ihn gesehen haben.

Noch während des Filmes ist mir aufgefallen, dass es zu Thor – The Dark Kingdom überhaupt keine Filmkritiken gibt. Im Nachhinein aber auch kein Wunder. Thor entzieht sich tatsächlich jeder Beurteilung. Was soll man zu dieser kruden Melange aus Star Wars, Star Trek und Herr der Ringe auch schreiben? Das er schlecht ist? Selbst das wäre schon zu viel des Guten. Gestern sind mir noch Vergleiche eingefallen, die ich heute nicht mehr ziehen möchte, nicht mehr ziehen kann, da mir Karsten das Versprechen abgerungen hat, auf gar keinen Fall das H und das E Wort zu benutzen. Schöpft der erste Teil noch einen gewissen Witz aus der Tatsache, dass der unsterbliche (+/- 5000 Jahre) Donnergott, verbannt auf die Erde und seiner Superheldenkräfte beraubt, glaubwürdig aus dem Rahmen fällt, so plätschert der 2. Teil Humor- und Ironierfrei vor sich hin. Nicht weniger als neun (!) Welten gibt es zu retten. Sonstige Handlung? Egal. Spannung? Spannend war zu beobachten, ob Karsten einschläft oder nicht. Spezialeffekte? Zusammengeklaut aus genannten drei Filmen. 3D? Der Film wäre selbst als holographische Projektion eine Zumutung. Ich weiß nicht, was mich mehr deprimiert, dass sich meine Frau von mir getrennt hat oder dass es Menschen gibt, die solche Filme machen. Von beidem kann man sagen: Die Welt ist wieder ein Stück schlechter geworden.

Robert Weber

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Kommentare
  1. […] Glücklicherweise ist der Film inzwischen abgesetzt, aber wer in Versuchung kommen sollte, einen DVD-Abend damit zu verbringen, lese vorher das hier. […]

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