Escape Plan

Veröffentlicht: November 19, 2013 von robertweber in Trash
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Robert Weber

Was passiert, wenn man zwei altersschwule Actionstars in den Knast steckt? So oder so ähnlich war meine, wie sich während der ersten 20 Minuten herausstellte, völlig überzogene Erwartungshaltung bei Escape Plan, die scham- und hemmungslos von Regisseur ScheißaufdenNamen und Drehbuchautor XY unterlaufen wurde.

Abgedroschen und völlig ironiefrei, im Gegensatz zu dem wirklich sehenswerten Expendables, prügeln und ballern sich Sly und Arnie in der schlechtesten, schauspielerischen Darbietung ihrer jeweiligen Filmkarriere durch ein liebloses Setting mit wohl witzig gemeinten Sprüchen für die ganz Doofen. Die Bösen sind tot, die Guten sind frei, Arnie hat keine Paradontose, alles dazwischen nicht der Rede wert. Massenware auf Straight-to-DVD Niveau.

Da ist der schmierige Gefängnisdirektor und sein sadistischer Aufseher, da ist der High-Tech-Knast ohne, ganz böse, jegliche Privatspähre, aus dem man anscheinend unmöglich ausbrechen kann, brutale Sanktionen („Du darfst nicht mehr duschen, nie mehr…“), hier etwas Verrat, da etwas Sozialkritik, ein paar Salven aus dem Machinengewehr, fertig ist die Soße, die ich eigentlich nur mit dem besten Dialog, der im Laufe des Filmes fällt, bewerten möchte:

“Ich könnte etwas kochen.”

“Hab ich nicht schon genug gelitten?”

Selbst in Fortress, nicht gerade ein Lichtblick im Knastfilmgenre, hat man alles schon mal besser gesehen. Also, geht nicht rein Freunde, nicht mal zum Spaß. Schwelgt lieber in nostalgischer Verklärung an Conan der Barbar und Rambo – First Blood. Versaut Euch nicht die Helden Eurer Kindheit mit diesem Streifen, oder, wenn Ihr noch nicht alt genug seid, verschwendet nicht Eure Jugend und knutscht lieber bei den Schlümpfen.

Und wenn Ihr einen wirklich guten Gefängnisfilm sehen wollt, dann schaut lieber Flucht aus Alcatraz oder Die Verurteilten an (oder, ein Klassiker, Papillon).

Also ab jetzt jeden Montag, 21 Uhr. Beim nächsten Mal besprechen wir die Tribute von Panem – Catching Fire.

IMG_6120Vor dem Film: Krampe schwants schon, ich bin optimistisch.

Karsten Krampitz

Um es kurz zu machen: Was war das denn? Schade um die an sich gute Idee, dass eine USA-Firma irgendwo in der Welt ein Gefängnis betreibt, indem gefoltert wird und Menschenrechte nichts gelten; gewisse Bezüge zur Wirklichkeit lassen sich nicht bestreiten. Irgendwie besticht der Film dennoch durch Authentizität: Sämtliche Darsteller gehören eingesperrt. Allein schon für Sätze wie: „Du schlägst zu wie ein Vegetarier!“ (Emil Rottmeyer alias Arnold Schwarzenegger) Als Zuschauer fühlt man sich die ganze Zeit wie in einer Bar, wo das Bier schal ist, die Musik zu laut, keine Frauen da – und dann prügeln sich diese Idioten auch noch. „Jungs, das stört. Könnt ihr mal bitte rausgehen?“

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Endlich, ich habe einen Blog! Gemeinsam mit dem Kollegen Weber: „Trashfilm“. Eine Anmerkung noch in Sachen „altersschwul“ (siehe Blog): Gerade wenn man in die Jahre kommt – Robert Weber wird das auch noch erleben -, kann man froh sein, wenn sich überhaupt noch ein anderer Mensch für einen interessiert. Und auch wenn das hier nicht hingehört: Der Herr Weber wollte während des Films meine Hand halten. Und er hat auch gesagt, dass wir beide nächste Woche wieder ins Kino gehen und dass ich sein bester Freund bin! Soviel dazu.
Robert Weber Daran kann ich mich gar nicht erinnern. Ich muss wohl eingeschlafen sein.
Karsten Krampitz Ich bin doch für dich nur ein Abenteuer!
Robert Weber Wie lange kennen wir uns schon? 10 Jahre? Zu lang für ein Abenteuer, zu kurz, um mich fest binden zu wollen.

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Kommentare
  1. Dr.Genusskram sagt:

    Danke, endlich eine Filmseite für Akademiker! …

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